AKTUELLES AUS DEM STEUERRECHT – Übersicht über die Neuregelungen ab 2017

Alterseinkünftegesetz

Ab dem Jahr 2017 beträgt der Besteuerungsanteil für „Neurentner“ 74%. Der nicht steuerpflichtige Teil der Rente wird als „lebenslanger Freibetrag“ festgeschrieben. Für „Neupensionäre“ des Jahres 2017 beträgt der Versorgungsfreibetrag 20,8 %, max. 1.560,- €, der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag 468,- €. Die Beträge werden in den kommenden Jahren schrittweise gesenkt und bis zum Jahr 2040 auf Null Euro abgeschmolzen.

Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag steigt um 168,- € von bisher 8.652,- € auf 8.820,- €; bei Ehepaaren/eingetragenen Lebenspartnerschaften auf 17.640,- €.

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag wird um 108,- € von bisher 7.248,- € auf 7.356,- €. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus dem „sachlichen Existenzminimum“ in Höhe von 4.716,- € und dem Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf in Höhe von 2.640,- €.

Unterstützungsleistungen

Anhebung des Höchstbetrages für den Abzug von Unterstützungsleistungen auf 8.820 ,- € (entsprechend Grundfreibetrag). Ein Abzug ist nur noch möglich, wenn die ID.-Nr. der unterstützten Person übermittelt wird.

Außergewöhnliche Belastungen

Die Frage nach der Verfassungsmäßigkeit der „zumutbaren Belastung“ hat der Bundesfinanzhof in einem Urteil eindeutig mit j~ beantwortet; nach einem weiteren Urteil des Bundesfinanzhofes ist diese nunmehr gestaffelt zu berechnen. Dies führt (bei Überschreitung der zumutbaren Eigenbelastung) zu einem höheren Steuervorteil.

Riestersparen

Einzahlung eines Mindestbetrages von 60,- € für mittelbar zulageberechtigte Personen um Rückforderungen der Zulage aufgrund eines Wechsels des Zulagestatus zu vermeiden.

Weitere Änderungen

– Steuererklärungen sollen „beleglos“ erfolgen; d. h. Ihre Beratungsstelle benötigt Ihre Unterlagen wie bisher und leitet diese nur auf Anforderung an das Finanzamt weiter.

– Es wird/werden auch die ID.-Nummer(n) für Kind(er) benötigt. Bitte zu den Steuerterminen in Ihrer Beratungsstelle mitbringen.

Wichtige Änderungen ab 1. 1. 2018

Verlängerung der Abgabefristen für Einkommensteuererklärungen (Veranlagungszeitraum 2018) um zwei Monate; ergibt sich eine Nachzahlung und wurde die Steuererklärung zu spät eingereicht, ist vom Finanzamt immer ein Verspätungszuschlag festzusetzen (diese Regelung wird ein Jahr später gültig als geplant).

Schluss

Die Gesetzgebung ändert sich ständig. Diese kurze Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und erfolgt ohne Gewähr. Besonders durch die derzeit laufenden Verhandlungen zur Bildung einer Bundesregierung werden viele Steuergesetze überprüft. Nach Bildung einer Regierung könnten in den nächsten Monaten sehr viele Änderungen beschlossen werden.

Eine umfassende Beratung, welche auf Ihre persönlichen Verhältnisse individuell eingehen kann und neueste Änderungen berücksichtigt, erhalten Sie bei Ihrem Besuch in Ihrer ALLO-Beratungsstelle. Stand: Nov. 2017